Feuerwehr Nußloch stellt sich vor: Das sind Ihre Helfer in der Not

Welcher Junge – und zunehmend auch: Mädchen – hat nicht einmal davon geträumt, zur Feuerwehr zu gehen und mit Helm auf dem Kopf und Spritze in der Hand gegen meterhohe Flammenwände zu kämpfen oder Menschen aus höchster Gefahr zu retten? Wer sich im Spielzeugladen umschaut sieht nach wie vor in den Regalen rote Modellautos mit Blaulicht und Drehleiter, oder Baukästen mit der „Feuerwache“ für’s Kinderzimmer. Dann auch spannende Action-Filme im Abendprogramm, bei den vor allem amerikanische Wehrleute in lebensgefährlichen Einsätzen gezeigt werden. Und zunehmend auch realitätsnahe Dokumentationen, die bei Großstadt-Feuerwehren in Deutschland gedreht werden und Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen ansprechen.

Kurz gesagt: Die Feuerwehr übt nach wie vor eine große Faszination auf jung und alt aus und bewegt zum Glück jedes Jahr aufs neue Kinder, Jugendliche und Erwachsene sich diesem Dienst an der Allgemeinheit zu verschreiben. In unserer Serie, in der wir die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Nußloch vorstellen, präsentieren wir heute zwei Wehrleute die sich nicht bereits als Kinder oder Jugendliche, sondern etwas später für diese Aufgabe berufen sahen, jetzt aber überzeugte Feuerwehrleute sind und sich ein Leben ohne diesen Dienst gar nicht mehr vorstellen wollen.

Kerstin Hack stammt ursprünglich aus Walldorf, hat den Beruf der Erzieherin erlernt und ist in der Nachbarstadt auch in diesem Beruf tätig. Ihren Ehemann fand sie in Nußloch. Die gemeinsame Tochter der beiden begeisterte sich schon früh für die Leidenschaft ihres Vaters, einem langjährigen Feuerwehrmann, und wollte ihm unbedingt nacheifern. So kam es, dass Kerstin Hack einen folgenschweren Beschluss fasster: sie entschied sich, ihre Tochter auf dem Weg in die Freiwillige Feuerwehr Nußloch zu begleiten um dort die Nachwuchsgruppen der „Feuerdrachen“ und der Jugendfeuerwehr zu betreuen. Während sie vor allem ihr professionelles pädagogisches Know-how einbrachte, übernahm ihr Mann im Schwerpunkt die feuerwehrtechnischen Sektionen der Nachwuchsarbeit. Nach einiger Zeit aber hatte Kerstin das Bedürfnis auch ihr Fachwissen als Einsatzkraft zu erweitern, und sie absolvierte 2018 die Grundausbildung zur Feuerwehrfrau. Damit ist sie heute Teil der Einsatzmannschaft und sitzt selbstverständlich auch mit im Löschfahrzeug wenn es zur Einsatzstelle geht.

Allerdings macht Ihr Engagement für den Feuerwehr-Nachwuchs weiterhin den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit aus. Sie investiert unzählige Stunden in die Vorbereitung und Durchführung der Gruppenstunden und Übungen. Das ausgesprochen begeisterte Feedback der Kinder und auch ihrer Eltern gibt ihr Bestätigung in dieser Aufgabe. Und es freut die heute 37-jährige ganz besonders, dass sich in jüngerer Zeit eine ganze Gruppe von Mitgliedern der aktiven Einsatztruppe bereitgefunden hat, sie und ihren Mann bei der Jugendarbeit aktiv zu unterstützen. Die Freude darüber sieht man ihr übrigens auch bei den Übungen der Einsatzmannschaft an, wenn sie – wie so oft – gut gelaunt und lächelnd die Stimmung der Truppe auflockert.

Nicht als Jugendlicher, sondern als junger Erwachsener kam Steffen Dick im Alter von 18 Jahren zur Feuerwehr. Damals lebte der heute 48-jährige noch in Kaiserslautern, bei der dortigen Freiwilligen Feuerwehr absolvierte er auch seine Ausbildung zum Feuerwehrmann. Als Maschinenbauingenieur war es auf seinem weiteren Weg dann vorhersehbar, dass er auch die Feuerwehr-Ausbildungen zum Maschinisten und zum Drehleitermaschinisten abschloss. Mit dem beruflichen Wechsel zum Standort St.Leon-Rot des Maschinenbau-Unternehmens Kolbenschmidt im Jahr 2011 suchte und fand er dann seinen Wohnsitz in Nußloch, und hier auch den Weg zur Feuerwehr. Er wollte gerne seinen freiwilligen Dienst bei der Einsatztruppe fortsetzen. Gleichzeitig war es für ihn ein guter Schritt, um am neuen Wohnort Fuß zu fassen und Kontakte zu knüpfen. So unterschiedlich die Zusammensetzung der Kameradschaften bei freiwilligen Feuerwehren auch sein mag, für Steffen Dick gibt es immer das große gemeinsame Ziel, anderen helfen zu wollen, das zusammenschweißt und damit auch die Basis für gute persönliche Kontakte bildet. Wenn er während der Woche bei seinem Arbeitgeber tätig ist, können sich auch dort die Kolleg*innen auf ihn verlassen, denn er ist Mitglied der Werkfeuerwehr. In Nußloch ist er dann abends und an Wochenenden ein verlässlicher und von allen geschätzter Kamerad, der bei Einsätzen allein schon durch seine eindrucksvolle Statur und seine ruhige, konzentrierte Art jederzeit Souveränität und allen ein sicheres Gefühl vermittelt.

Text und Bilder: Udo Lahm

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