H1 – Tierrettung

Datum: 24. Juni 2019 
Alarmzeit: 0:51 Uhr 
Dauer: 1 Stunde 7 Minuten 
Art: Technische Hilfeleistung  
Einsatzort: Albert­-Schweitzer-­Ring 
Mannschaftsstärke:
Fahrzeuge: NU 44-2 


Einsatzbericht:

Katze steckt unter Küchenzeile fest. Wir werden zur Unterstützung der Tierrettung alarmiert.

Sonntag, kurz vor Mitternacht, geht der erste Anruf ein, direkt beim stellvertretenden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch: „Unsere Katze ist in der Küchenzeile unter einem Schrank eingeklemmt und kommt nicht mehr frei!“, lautet der besorgte Hilferuf aus einem Nußlocher Haushalt. Für solche Fälle gibt es die Tierrettung, eine ebenfalls von freiwilligen Helfern betriebene Einrichtung mit Sitz in Mannheim, die in der gesamten Region Rettungseinsätze mit Beteiligung von Haus- und Nutztieren wahrnimmt. Die Telefonnummer wird ausgetauscht, der Tierhalter ruft dort an, und wenig später ist die Tierrettung auch schon vor Ort.

Der siebenjährige Kater Thaddäus wollte sich unter einem Küchenschrank verkriechen, hatte sich dazu durch eine enge Spalte zwischen der Wand und der Sockelleiste des Schranks gezwängt und war dann stecken geblieben. Köpfchen und Körper waren unter dem Bodenbrett eingeklemmt, eine Hinterpfote und der Schwanz schauten hinten noch aus der Spalte heraus. Nichts ging mehr – weder vor, noch zurück. Zwar entfernte ein Helfer der Tierrettung gemeinsam mit den Hausbewohnern die fest montierte Sockelleiste – vorsichtig, aber doch mit Werkzeug und Gewalt. Doch auch das half nicht, Thaddäus war zwischen Küchenboden und Schrankboden hoffnungslos eingeklemmt und konnte sich nicht befreien. Auch gutes Zureden und sanftes Schubsen und Ziehen brachte keine Lösung.

Und so wurde die nächtliche Tierrettung dann doch noch ein Fall für die Feuerwehr Nußloch. Rasch war kurz nach Mitternacht ein kleines Team zusammen getrommelt, und mit dem Feuerwehr-Einsatzfahrzeug zum Ort des Geschehens geeilt. „Wir fahren auch bei solchen Einsätzen stets mit einem großen Fahrzeug raus, damit wir im Falle eines Falles gleich alles dabei haben, um die Lage in den Griff zu bekommen“, erklärt Christian Kleindienst den Aufwand. Und schon sehr bald sollte sich diese Entscheidung – wie schon so oft zuvor – als richtig erweisen.

Feuerwehrmann und „Katzenfreund“ Alexander Skarsig ging mit der gebotenen Vorsicht zu Werke und sondierte die Lage. Rasch war klar, dass der Kater nicht von allein freikommen konnte. Vielmehr war schwereres Gerät gefragt. Zuerst kam ein großer Bolzenschneider zum Einsatz, um Einbauten im Schrank zu entfernen. Eine komplette Demontage der Arbeitsplatte und des Schranks darunter wäre eine theoretische, aber in dieser Situation nicht umsetzbare Alternative gewesen. Im nächsten Schritt kamen dann die Hebekissen der Feuerwehr zum Einsatz. Vorsichtig unter den Schankboden geschoben und dann mit Pressluft aufgepumpt, hoben die Kissen das Bodenbrett des Schranks jetzt zentimeterweise an. Nachdem mit Holzkeilen abgestützt war, musste jetzt nur noch ein Helfer das noch immer aus der Einstiegsöffnung ragende Hinterbein vorsichtig durch den Spalt schieben. Dann konnte vorn Alexander Skarsig die Katze sanft aber bestimmt herausziehen und endgültig aus ihrer misslichen Lage befreien.

Der Helfer der Katzenrettung setzte das verängstigte Tier dann in seine Transportbox und stellte dabei glücklicherweise keine erkennbaren Verletzungen an der Katze fest. Rund eine Stunde nach dem Ausrücken war die Aktion dann erfolgreich abgeschlossen, und alle Beteiligten waren glücklich, dass diese Rettungsaktion ein gutes Ende genommen hatte. Lediglich der Küchenschrank blieb sichtlich lädiert zurück, hier steht jetzt etwas Arbeit für Heim- oder Handwerker an.

Text und Bilder: Udo Lahm